Tagestipps

Samstag 18:00 Uhr Bremen Zwei

ARD Radiofeature: Der Wahrheit verpflichtet. Ein Feature über den Machtverlust des Journalismus

Viele Journalisten und ihre Medien sind mit wachsenden Zweifeln und offenem Hass konfrontiert. Schon erklären Autokraten klassische Medien und ihre Macher zu "Feinden des Volkes". Mancherorts müssen Journalisten um ihr Leben fürchten, werden verhaftet oder ermordet - auch in Europa. Einen "weltweiten Angriff auf Journalisten und den Journalismus" diagnostiziert Arthur Gregg Sulzberger, Herausgeber der New York Times, "auf das Recht der Öffentlichkeit auf Information, auf demokratische Grundwerte, auf das Konzept der Wahrheit an sich". Wie kam es dazu? Was haben etablierte Medien selbst zu diesem Vertrauensverlust beigetragen? Zerstören Konkurrenzdruck und Sparzwang die Qualität ihrer Berichterstattung? Macht sie selbstverliebtes Storytelling, das auch vor Fälschungen nicht zurückschreckt, unglaubwürdig? Was ist wahr, was fake? Mit welchen Methoden werden Fakten überhaupt überprüft? In vielen Ländern verliert das Publikum zunehmend sein Vertrauen in die klassischen Medien. Längst bieten neue Plattformen, vor allem im Internet, "alternative Fakten", die perfekt auf Geist und Lebensgefühl ihrer jeweiligen Zielgruppe zugeschnitten sind. Fakten werden dort gezielt durch Emotionen ersetzt, Wahlkämpfe per WhatsApp oder Facebook gesteuert. Das ARD radiofeature beleuchtet die Erosion medialer Wahrheit in Zeiten grassierender Empörung, viral verbreiteter Verschwörungstheorien und massenhafter Fälschung an konkreten Beispielen und lässt Journalisten aus aller Welt zu Wort kommen. Autor: Tom Schimmeck SWR 2020

Samstag 20:00 Uhr SRF 2 Kultur

Hörspiel

«Wovon wir träumten» von Julie Otsuka Ein Dampfer im Pazifik, Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Passagiere? Alles junge Frauen aus Japan. Sie verlassen ihre Heimat, um in Kalifornien ausgewanderte Japaner zu heiraten. Männer, die sie nur von Fotos kennen. Doch gilt der amerikanische Traum auch für Japanerinnen?

Samstag 20:04 Uhr WDR3

WDR 3 Konzert live

Mit Nina Heinrichs Resolution Seit vielen Jahren ist Kurt Elling eng mit der WDR Big Band verbunden. Jetzt kommt der Sänger wieder nach Köln, um mit der WDR Big Band und dem Hochschulchor "Vocal Journey" gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Kurt Elling sieht sich ganz in der Tradition des klassischen Jazzgesangs. Er möchte, wie er es beschreibt "den Ball in der Luft halten". Der Amerikaner hat es damit sehr weit gebracht. Er ist ein international gefragter Künstler. Obendrein ist er sehr bescheiden. Kurt Elling ist nicht nur Sänger, sondern auch Poet, Wortakrobat, Instrumenten-Imitator. Er ist die Summe all jener Teile, die einen guten vokalen Klangkünstler ausmachen und damit auch eine ideale Ergänzung zu den Instrumentalist*innen der WDR Big Band. Vocal Journey; WDR Big Band, Komposition, Arrangements, Saxofon und Leitung: Bob Mintzer Übertragung aus der Kölner Philharmonie

Samstag 20:05 Uhr Bayern 2

radioSpitzen

Kabarett und Comedy Neues aus der Szene Aktuelles von den Kabarett- und Comedy-Bühnen, unter anderem mit neuen Programmen von Sarah Hakenberg und einem Interview mit Gerburg Jahnke zum 65. Geburtstag. "Angespitzt" - Gedanken zur Woche von Helmut Schleich Wiederholung vom Freitag, 14.05 Uhr

Samstag 21:05 Uhr NDR Info

Das Kriminalhörspiel

Auferstehung der Toten Nach dem gleichnamigen Roman von Wolf Haas Komposition: Otto Lechner Bearbeitung und Regie: Götz Fritsch Mit Erwin Steinhauer, Wolfram Berger, Elfriede Irrall, Harry Hardt, Karl Ferdinand Kratzl, Fritz Karl, Georg Schuchter, Claudia Haas, Gerhardt Kastner, Toni Böhm, Peter Matic, Rainer Egger, Margarete Widauer, Branko Samarovski ORF/WDR 1999 "Von Amerika aus betrachtet, ist Zell ein winziger Punkt, irgendwo mitten in Europa. Aber vom Pinzgau aus gesehen, ist Zell die Hauptstadt. Zehntausend Einwohner, dreißig Dreitausender, achtundfünfzig Lifte, ein See." So beginnt Wolf Haas - bekennender Österreicher aus Maria Alm, ausgewandert nach Südwales, wieder zurückgekehrt nach Wien - seinen ersten Brenner-Krimi. Und dort, in Zell, sind zwei Amerikaner umgebracht worden. Dass das nicht nur mit Spionage und Immobiliengeschäften zu tun hat, sondern auch mit der Vergangenheit, die ihre Krakenarme in die Gegenwart reckt, macht die ganze Sache umso spannender. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. Das Kriminalhörspiel

Samstag 22:00 Uhr Bremen Zwei

Sounds in concert: John Scofield - Jon Cleary

Konzertmitschnitt vom 20. November 2019, Music Hall, Worpswede John Scofield gehört zu den überragenden Jazzgitarristen der Gegenwart. Dabei muss der Begriff Jazz allerdings sehr weit gefasst werden. In den mehr als vier Jahrzehnten seines bisherigen Schaffens hat der US-Amerikaner immer wieder gezeigt, dass er sich in allen möglichen Stilistiken wohl fühlt. Fusionen von Rock, Funk und Jazz, wie er sie mit eigenen Gruppen, aber zum Beispiel auch bei Miles Davis zelebriert hat, sind da nur eine Seite. Über die Jahre gab es Gruppen und Projekte, in denen der einflussreiche Saitenmeister wechselweise Soul-, Blues- oder Country-Schwerpunkte setzte. Seine außerordentliche Klasse unterstrich er gleichermaßen in kammermusikalischer Intimität wie in der klanggewaltigen Kollaboration mit Big Bands. Ob Herbie Hancock, Pat Metheny, Wayne Shorter oder Brad Mehldau - die Liste derer, mit denen "Sco" über die Jahre gemeinsame Sache machte, ist lang und illuster. In der findet sich auch der Name von Keyboarder und Sänger Jon Cleary. Der brillante Brite, schon in jungen Jahren auf musikalischer Spurensuche in den Süden der USA gepilgert und dort heimisch geworden, ist der personifizierte Sound von New Orleans. Er hat die große Piano-Tradition der Musik-Metropole von der Pike auf gelernt, und er hat sie in vielfacher Hinsicht gelebt. Soul, Blues, Gospel, Jazz, Funk, Calypso und mehr - all das findet sich in seinem Sound. KollegInnen wie Bonnie Raitt und Taj Mahal engagierten ihn immer wieder, um etwas von diesem besonderen "Spirit" einzufangen. Daneben betreibt Cleary seine eigenen Gruppen. Auch in Bremen war der Engländer schon zu Gast - genau wie John Scofield: Der gab schon Anfang der achtziger Jahre mit eigener Gruppe seinen Einstand in einem Konzert von Radio Bremen. Nachdem sich Scofield und Cleary vor mehr als 10 Jahren erstmals für ein Band-Unternehmen trafen, waren sie jüngst auf Duo-Tour. Eine spielfreudige Traum-Paarung mit süffig-beseeltem Jazz Roots-Programm New Orleans-Style.

Samstag 22:03 Uhr SWR2

SWR2 Jazztime

Raffiniert unmodern Das Wynton Marsalis Septet (1990 - 2007) Von Hans-Jürgen Schaal In den 1990er-Jahren sorgte Wynton Marsalis für Aufsehen. Einerseits war er dieser technisch unvergleichliche Jazztrompeter - andererseits gefiel er sich in der Rolle des selbstherrlichen Kunstrichters, der harsche Urteile fällte über moderne Musikstile von Free Jazz über Fusion bis Hip-Hop. Bei all dem Streit um Marsalis wurde eines häufig überhört: Seine hochvirtuose Band präsentierte eine originelle Mixtur aus Swing, New Orleans und Elementen des modernen Jazz. Vielleicht hat niemand innovativer und humorvoller aus dem Fundus der Jazzgeschichte geschöpft als Wynton Marsalis mit seinem Septett. Wynton Marsalis: Sometimes It Goes Like That/CD: Blue Interlude Wynton Marsalis Septet Wynton Marsalis: Hustle Bustle/CD: Citi Movement Wynton Marsalis Septet Wynton Marsalis: Buggy Ride/CD: Selections From The Vilage Vanguard Box Wynton Marsalis Septet Thelonious Monk: Thelonious/CD: Marsalis Plays Monk Wynton Marsalis Thelonious Monk: Worry Later/CD: Marsalis Plays Monk Wynton Marsalis Wynton Marsalis: Wright Brothers Rag/CD: Joe Cool"s Blues Wynton/Ellis Marsalis Wynton Marsalis: Linus & Lucy/CD: Joe Cool"s Blues Wynton/Ellis Marsalis Wynton Marsalis: The Big Top/CD: The Marciac Suite Wynton Marsalis Septet Wynton Marsalis: Big Trouble In The Easy/CD: Tune In Tomorrow Wynton Marsalis

Samstag 23:00 Uhr HR2

The Artist"s Corner

"Alles kann passieren" von Doron Rabinovici & Florian Klenk "Das, was gesagt wird, kann doch nicht wahr sein, denken wir, doch wen kümmert"s schon, denn es wird wahr, indem es gesagt wird. Was nicht stimmt, stimmt ein, um die anderen niederzustimmen. Das Unsagbare ist wieder ausgesprochen beredt", setzt Doron Rabinovici seinem zusammen mit Florian Klenk geschriebenen Stück "Alles kann passieren" voran.

Samstag 23:05 Uhr BR-Klassik

Musik der Welt

Von Beats und Bäumen Die Phylogenetik der Volksmusiken Von Conrad Dorer Es ist wie ein Tatort: Überall verstreut liegen verschiedene Puzzleteile, die bei genauer Analyse erstaunliche Geschichten und Zusammenhänge erzählen können! Der wesentliche Tatort von Charles Darwin war das Expeditionsschiff "Beagle", seine Puzzlestücke die verschiedenen Arten. Dann die Entdeckung: der evolutionäre Stammbaum der Tierwelt. Aber heute gibt noch aussagekräftigere Indizien. Die moderne Genetik und Molekularbiologie hat das Erbgut entschlüsselt und viele der Zusammenhänge aus Darwins Zeit teils bestätigt, teils aber auch ganz neue Puzzlesteine entdeckt. Phylogenetik nennt es sich, wenn die stammesgeschichtliche Entfaltung untersucht wird. Was aber, wenn der "Tatort" traditionelle Melodien sind? Wenn wir phylogenetische Betrachtungen auf Volksmusiken übertragen? Conrad Dorer spricht mit einem polnischen Genetiker und lokalem "Hobby-Musikethnologen" und nimmt kriminalistische Fahrt auf durch allerlei musikalische Gewässer und Verwandtschaftsverhältnisse.

Sonntag 00:05 Uhr Ö1

Die Ö1 Jazznacht

5 Millionen Pesos: Paul Schuberth Trio Akk:zent im Studio. Alexander Balanescu East West Daydreams im September 2019 im Bad Ischl; 01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten Die unorthodoxe Schreibweise des Namens "Trio Akk:zent" ist Programm: Denn das 2011 gegründete Ensemble ist mit zwei Akkordeons und Saxofon besetzt. Paul Schuberth, Johannes Münzner und Victoria Pfeil amalgamieren so unterschiedlichste Einflüsse zwischen Jazz, zeitgenössischer und traditioneller Musik aus vielerlei Richtungen. Das Ergebnis ist ein dynamischer kammermusikalischer Sound eigener Prägung, virtuos, ideenreich und originell, wovon bisher drei CDs zeugen. Im Gespräch mit Andreas Felber plaudern die jungen Musiker/innen über ihre Philosophie und über das Zustandekommen von Stücktiteln wie "Ameisen kauen leise". Im Anschluss hören Sie den Mitschnitt des Konzerts von "East West Daydreams" vom 19. September 2019 in der PKS-Villa Rothstein in Bad Ischl: Das Trio vereinigt drei sehr unterschiedliche prominente Musiker, treffen sich hier doch der in London lebende Violinist Alexander Balanescu, der argentinische Sopransaxofonist Xavier Girotto und der slowenische Perkussionist Zlatko Kaucic zum überraschungsreichen freien Dialog. Gestaltung: Andreas Felber

Freitag Sonntag