Tagestipps im Radio

Tagestipps

Sonntag 18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Nachspiel

Tradition sucht Zukunft Dynamo Dresden und der HSV wollen wieder nach oben Von Knut Benzner Der eine der beiden Fußballvereine hatte in den vergangenen zehn Jahren 14 Trainer, der andere immerhin 19. Das Präsidenten-und Manager-Karussell nahm bei beiden in der jüngeren Historie schneller Fahrt auf als die Schiffe auf der Elbe, die beide Städte - neben der 1987 geschlossenen Städtepartnerschaft - miteinander verbindet. Dynamo Dresden war acht Mal DDR-Meister, der Hamburger Sportverein sechs Mal Meister des DFB; die Liste der Altinternationalen ist so lang wie der erwähnte Fluss. Doch Dynamo stieg 2020 in die dritte Bundesliga ab, der HSV 2018 in die zweite. Der Wiederaufstieg der Hamburger in die Beletage des deutschen Fußballs misslang. Vielleicht klappt es in dieser Saison. Und Dynamo? Schwer zu sagen. Was ist los mit den beiden Traditionsmannschaften, wie ist die Stimmung, was sagen Trainer, Offizielle, Fans? Und was ist aus Uwe Seeler und Dixie Dörner geworden?

Sonntag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein Nach dem gleichnamigen Roman Von Benjamin Maack Regie: Iris Drögekamp Mit: Stefan Konarske, Stefan Hunstein, Matthias Leja, Patricia Ziolkowksa, Tanja Schleiff, Bibiana Beglau, Sonja Dengler, Valentin Herre, Oscar Musinowski, Jannek Petri, Heiko Raulin, Bernhard Schütz, Tim Seyfi und Benjamin Maack Komposition: Nikolai von Sallwitz Ton und Technik: Andreas Völzing, Bettina Krol, John Krol Produktion: NDR 2020 Länge: 89"48 Der Schriftsteller und Journalist Benjamin Maack erzählt seine Psychiatrie- und Krankengeschichte als Hörspiel. Seine Depression zeigt er in ihrer Unbarmherzigkeit und auch in ihren tragikomischen Momenten. "Psychische Probleme werden oft nicht als Krankheiten anerkannt. Symptome wie keinen Antrieb zu haben, sind verpönt. Seinen Mitmenschen aufgrund der eigenen Verfassung zur Last zu fallen, ebenso. ,Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein" schildert schonungslos ehrlich die qualvolle Innensicht einer Depression. Der Protagonist berichtet von seinem ihm aussichtslos erscheinenden Leben, dem Aufenthalt in der Geschlossenen, den Nebenwirkungen von Psychopharmaka, vom Schreiben als Instrument des Überlebens." (Begründung der Jury für die Auszeichnung als Hörspiel des Monats, März 2020) "Als es richtig schlimm wurde, habe ich angefangen zu schreiben. Mit einem Kugelschreiber saß ich auf meinem Krankenhausbett und spie in die Kladde, was in meinem Kopf war, was da tobte, die ganzen Splitter, den ganzen Schrecken. In den schlimmsten Momenten waren mein Stift und meine Hand kaum noch ein Teil von mir, sie waren Dokumentare meiner ungeheuren Wut auf mich selbst, meiner wilden Verachtung für alles, was ich war. Nun sind diese Satzfetzen, diese Spuren eines Kampfes ein Hörspiel. Es ist ein Text über meine Zeit in der Klinik und die hilflose Zeit danach, die Innenansicht meiner Depression. In den guten Momenten bin ich froh, dieses Dokument aus den Tiefen meiner Verzweiflung mitgebracht zu haben." (Benjamin Maack) Anmerkung der Redaktion: Leider kann es passieren, dass depressiv veranlagte Menschen sich nach Inhalten, die suizidale Gedanken thematisieren, in der Ansicht bestärkt sehen, dass das Leben wenig Sinn habe. Sollte es Ihnen so ergehen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Hilfe finden Sie bei kostenlosen Hotlines wie 0800-1110111 oder 0800-3344533. Benjamin Maack, geboren 1978, lebt als Autor und Journalist in Hamburg. Er studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Volkskunde. Er veröffentlichte die Kurzgeschichten- und Gedichtbände "Du bist es nicht, Coca Cola ist es" (2004), "Die Welt ist ein Parkplatz und endet vor Disneyland" (2007) und "Monster" (2012). Neben weiteren Auszeichnungen wurde ihm der 3sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2013 sowie der Förderpreis zum Hermann-Hesse-Preis 2016 verliehen. Seine Hörspielserie "IKARIA 6" (NDR 2017) erhielt eine lobende Erwähnung beim Prix Europa 2018 in der Kategorie "Digital Audio of the Year". Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein

Sonntag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Radio Wauland - Tune In, Turn On and Hack Yourself Von Nika Bertram Wie Hacker die digitale Welt verbessern wollten SWR: Jens Wawrczeck Nerds: Oliver Brod und Peter Nottmeier ADV: Ruth Schiefenbusch Tyrone: Tom Zahner Lykratz, Dr. Lymphkratz: René Heinersdorff Gärtner: Denis Moschitto Martina: Mandana Mansouri Leary: Rainer Homann Regie: Thomas Leutzbach Produktion: WDR 2011

Sonntag 19:04 Uhr HR2

hr-Bigband

Konzerte und Produktionen u.a. mit: "Echoes Of Ellington" Part 2 | hr-Bigband / music arr. by Miho Hazama / John Beasley | cond. by Jim McNeely | hr-Sendesaal Frankfurt, September 2020, Teil 2

Sonntag 19:05 Uhr Ö1

Contra - Kabarett und Kleinkunst

Christine Prayon "Abschiedstour" Gestaltung: Bernhard Fellinger Die deutschen Schauspielerin und Kabarettistin Christine Prayon will kein Kabarett im landläufigen Sinne machen. Sie interessiert sich nicht mehr für die pure Kritik am Bestehenden, wenn nicht gleichzeitig über alternativen und Utopien geredet wird. Immerhin ist es aus Sicht der Kabarettistin an der Zeit, die Welt zu retten. Das kann sie aber nicht allein. Was sie übrigens auch nicht kann und will, ist am Klavier zu sitzen und über sogenannte Frauenthemen zu singen. Christine Prayon, auch bekannt als Birte Schneider aus der heute show, wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Kabarettpreis, dem Deutschen Kleinkunstpreis und dem Dieter-Hildebrandt-Preis. Mit ihrem Solo "Abschiedstour" setzt die Kabarettistin auf die ganz großen Gefühle. "Ist das Kabarett tot?" fragt Christine Prayon, denn wenn Politiker sich als Clowns versuchen, dann gehen die Clowns in die Politik.

Sonntag 20:04 Uhr WDR5

Dok 5 - Das Feature

Aufstand von außen - Belarus! Polen, Litauen und die belarussische Diaspora Von Jürgen Buch Mit nackter Gewalt hält sich das System Lukaschenko in Belarus an der Macht. Dennoch reißen die Proteste nicht ab - dank tatkräftiger Unterstützung aus dem Ausland. Wohin die Ereignisse in Belarus führen werden, ist völlig ungewiss. Die politische Opposition, angeführt von Swetlana Tichanowskaja, hat das Land verlassen müssen. Trotzdem halten die Proteste an, die im August nach der gefälschten Präsidentschaftswahl ausgebrochen waren. Das Rückgrat der belarussischen Bürgerrechtsbewegung bilden Exilorganisationen in Litauen und Polen. Sie bereiten sich auf eine Zeit nach Lukaschenko vor. Ihre Zukunft sehen sie in der EU. Doch ist nicht ausgeschlossen, dass Putin ähnlich wie in der Ukraine auch in Belarus direkt interveniert, um seine geopolitischen Ziele durchzusetzen. Produktion: WDR 2021

Sonntag 20:04 Uhr SR2 Kulturradio

JazzNow

Moers Festival 2020 Nine for Three KLAENG Festival II

Sonntag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Freistil

Die Oneironauten Mit Traumreisenden durch die Nacht Von Christoph Spittler Regie: Philippe Brühl Produktion: Deutschlandfunk 2017 Die eigenen Träume steuern? Angeblich funktioniert das. Klarträumen kann man lernen. Die Eingeweihten nennen sich Oneironauten, Traumreisende. Sie inszenieren nächtliche Erlebnisse, die in der Realität eher schwer umzusetzen sind. Fliegen. Donald Trump sein. Sex mit Marilyn Monroe. Klartraum-Anleitungen sind Bestseller, es gibt Internetforen mit Tausenden Mitgliedern und bei YouTube versprechen Tutorials den schnellen Weg zum luziden Träumen. Spirituelle Lehrer bieten Workshops an. Seit Christopher Nolans surrealem Klartraum-Filmepos "Inception" ist die uralte Kulturtechnik des luziden Träumens in Mode. Die ewige Faszination des Menschen für alternative Realitäten findet zu ihren Wurzeln zurück: dem Traum. Billiger und besser als die Virtual-Reality-Brille. Die Oneironauten

Sonntag 20:15 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

"Man muss sich seiner Vergangenheit stellen!" Der Autor Georg Thiel Feature von Matthias Haydn Es ist ein ebenso bekanntes wie verstörendes Foto: ein Bub kniet auf einem Gehsteig, mit einem Pinsel malt er vorsichtig das Wort "Jud" auf eine Hausfassade. Ein Mann mit Hakenkreuzbinde am Oberarm überwacht den Vorgang. Das Bild ist auf der letzten Seite von Georg Thiels zweitem Roman abgebildet, der Autor hat ihm den Titel "Jud" gegeben. Der Protagonist in Thiels Geschichte stößt 1958 zufällig auf das damals in einer Illustrierten publizierte Foto und erkennt sich selbst als den gedemütigten Jungen aus dem Jahr 1938 wieder. Er fasst den Entschluss den Nazi-Schergen ausfindig zu machen und sich an ihm zu rächen. Der Autor, er wurde 1971 in Wien geboren und studierte ebendort Geschichte und Politikwissenschaften, hat die Geschichte des Fotos genau recherchiert, sogar den Ort des Geschehens in der Heinestraße konnte er ausfindig machen. Wer jedoch die fotografierten Personen waren und was danach mit ihnen geschah, das konnte er nicht herausfinden. Und deshalb hat Georg Thiel die Geschichte kurzerhand selbst in die Hand genommen und sie weiter geschrieben.

Sonntag 21:05 Uhr Bayern 2

radioFeature

Warum Europas letzte Wildnis in Gefahr ist Von Max Lebsanft Wiederholung vom Samstag, 13.05 Uhr Seit Jahren vollzieht sich in Rumänien weitgehend unbemerkt von der europäischen Öffentlichkeit eine Tragödie. Urwälder, tausende Jahre vom Menschen verschont, werden nun abgeholzt. Ein Schatz geht verloren. Die Wälder sind Heimat für vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen. In Rumäniens Urwäldern leben noch viele Auerhühner. Ein erfahrener Waldläufer und Wissenschaftler hilft dem Reporter sich an die Tiere anzuschleichen. Die unberührte Natur wird spürbar, wenn der Schnee unter den Schuhsohlen knirscht und das Laub raschelt, wenn ein Gebirgsbach rauscht und der Auerhahn nur wenige Meter entfernt seinen Balzgesang anstimmt. Umweltschützer, die sich für den Wald in Rumänien einsetzen, wurden schon verprügelt und sogar umgebracht. Unter Verdacht stehen Holzfäller. Auch im Feature kommt es zu einer Konfrontation von Aktivisten und Waldarbeitern. Wissenschaftler betonen den unschätzbaren Wert der Urwälder Rumäniens. In ihnen lassen sich noch die natürlichen Regenerations- und Wachstumsprozesse des Ökosystems "Wald" studieren. Im Bayern 2 radioFeature wird deutlich, was die rumänischen Urwälder so einzigartig und wertvoll macht. Es geht aber auch um die Menschen, die vom Wald leben, um unsere Verantwortung und das korrupte System, das den Schutz der Wälder so schwierig macht.

Sonntag 22:00 Uhr HR2

Krimi-Hörspiel | Der talentierte Mr. Ripley (Teil 1/2)

Mit Ernst Jacobi, Michael Quast, Siemen Rühaak und Ulrike Bliefert Der kleine New Yorker Gauner Tom Ripley hält sich mit Betrügereien über Wasser. Eines Tages bietet sich ihm unverhofft die Möglichkeit, nach Italien zu reisen, um Dickie Greenleaf, den Sohn eines reichen Fabrikanten, nach Amerika zurückzuholen. Der Vater, der Ripley für einen früheren Freund von Dickie hält, ist bereit, die Reise und sämtliche Ausgaben zu bezahlen.

Sonntag 23:00 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst - Kunstradio

"Twittering Machines". Von Kathy Hinde Auf einem Plattenspieler dreht sich eine Vinylplatte mit der Aufnahme von John Keats "Ode an eine Nachtigall", übersetzt in Morsezeichen. Andere Geräusche beginnen, die Übertragung zu stören, machen die Entzifferung fast unmöglich und unterbrechen das Gedicht von Keats. Die Echos und Pieptöne des Morsecodes verschmelzen mit Sounds von zerbrochenen Spielzeugklavieren, Vogelimitationspfeifen, verzerrten Feldaufnahmen, Klangschalen, gefundenem Vinyl und anderen Klangobjekten. Eine poetische Reflexion über den fragilen Zustand der Vogelpopulationen, deren geeignete Lebensräume seltener werden, auch weil der Klimawandel die Jahreszeiten durcheinanderbringt. Diese Radioversion der britischen Künstlerin Kathy Hinde basiert auf einer audiovisuellen Live-Aufführung gleichen Titels.

Sonntag 23:05 Uhr BR-Klassik

Musik der Welt

Indische Geige - himmlische Geige Die Mysore Brothers aus Karnataka Von Uta Sailer Indien leuchtet: In den kräftigen Farben der Blumen, Gewürze und Sari-Stoffe, aber auch in den fein schillernden Klangfarben der indischen Musik. Die ist weit mehr als Unterhaltung: Sie ist Teil des spirituellen Weges und soll dabei helfen, Befreiung (moksha) zu erlangen, Gott zu finden. So steht es in den Jahrtausende alten Schriften und so leben es viele Musikerinnen und Musiker bis heute. Die "Mysore Brothers", benannt nach ihrer Heimatstadt Mysore, zählen zu den wichtigsten kulturellen Botschaftern Indiens. Dabei spielen sie auf einem Instrument, das in der indischen Musikgeschichte relativ jung ist: der Geige. Die Briten hatten sie vor ca. 250 Jahren nach Indien gebracht. Indische Komponisten haben sie dann für sich entdeckt und einen gänzlich neuen Stil für die Geige entwickelt. Die "Mysore Brothers" führen diesen weiter und erweitern zugleich die traditionelle Spielweise. 85 % ihrer Musik sind improvisiert. Was wir hören, ist eine mal fein nuancierte, mal entfesselt-wilde Geigensprache, die hierzulande fremdartig und zugleich hoch faszinierend wirkt. Die indische Geige ist eine "himmlische" Geige und dazu geeignet, den Blick des Menschen zu erheben - weg vom Irdischen, Endlichen hin zum Göttlichen, Unendlichen.

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